
Babble
Ich schuf eine düstere Unterhaltung zwischen Franz Kafka, Jorge
Luis Borges und Flann O'Brien.
Sie sprechen durch Zitate von ihrer Literatur in ihren heimischen
Zungen. Raum und Sprache fallen in einer gegenwaertigen Diskussion
zusammen. Jeder Autor kommuniziert in seinen eigenen Worten. Diese
Vorstellung scheint die Parabel "Der Turm von Babel" aus
der Bibel umzukehren, denn die Protagonisten verstehen sich, obwohl
sie in verschiedenen Sprachen sprechen. Fuer die meisten Zuschauern
bleibt jedoch nur eine Sprache verständlich. Dies fuehrt zu
einer erhoehten Konzentration des Zuhoerers auf sprachmusikalische
Strukturen der in Fremdsprache gesprochenen Saetze.
Die Wahl dieser drei Schriftsteller ist notwendig, um das Fantastische
ihrer Werke in die Glaubhaftigkeit des täglichen Lebens zu
transformieren. Jeder Schriftsteller befasst sich ausführlich
mit der Ewigkeit und der logischen Ordnung in Sprache und Gesellschaft.
"Babble" hebt die Unsterblichkeit dieser Schriftsteller
durch die unendliche Wiederholung und den Gebrauch ihrer Worte hervor.
Die Idee von “Babble" ist eine Referenz zu Borges Idee,
dass jede Person Shakespeare sein kann, und Barthes Postulat, dass
Literatur und Kunst nichts anderes als ein Spektrum von Zitaten
sind. In seinem Buch "Am Schwimmen Zwei Vögel" nimmt
O'Brien Barthes Hypothese vorweg, indem er schrieb: "Der komplette
Korpus der vorhandenen Literatur sollte als eine Vorhölle betrachtet
werden, aus der bei Bedarf gute Autoren sich bereits vorhandener
Charaktere bedienen koennen."
Der Titel 'Babble' stellt eine Verbindung zur Parabel “Der
Turm von Babel” her. Babel war eine Stadt, die Menschen mit
einer einheitlichen Sprache vereinigte. Um ihre Erfolge zu feiern,
entschieden sie sich einen Turm zu bauen, der den Himmel erreichen
soll. Gott wechselte ihre Sprachen, bevor der Turm fertig war. 'Babble'
(Plappern) wird von Kleinkindern auf einer fruehen Entwicklungsstufe
im Spracherwerb verwendet, in welcher der Saeugling mit dem Klang
von Sprache experimentiert.